„Presse-Ecke“

Pressemitteilung des DGB Kreisverband Reinickendorf vom 11. November 2020 zur Rekommunalisierung der Schulreinigung:

Rekommunalisierung der Schulreinigung – in Reinickendorf „Rechnerisch haben die Reinigungskräfte 1,5 Minuten pro Klassenraum.“ (Hausmeister einer Neuköllner Grundschule) Die Reinigung der Berliner Schulen macht seit Jahren Schlagzeilen mit Lohndumping und schlechter Qualität: „Schülerinnen und Schüler, Eltern und Reinigungskräfte haben gleichermaßen die Schnauze voll von dreckigen Klassenräumen und stinkenden Klos. Die Reinigung der Berliner Schulen muss deshalb konsequent auf neue Füße gestellt werden“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Sonja Staack, zur öffentlichen Debatte um mangelnde Sauberkeit in Berliner Schulen. „Das Problem ist hausgemacht,“ betont Staack, „denn jahrelang galt hier nur das Prinzip: Hauptsache billig. Gute Reinigung braucht aber gute Arbeitsbedingungen und realistische Leistungsvorgaben für die Reinigungskräfte.“

1800 Unterschriften, 800 Unterschriften mehr als notwendig, sammelte die Bürgerinitiative Schule in Not und brachte damit ein Bürgerantrag mit dem Ziel, dass die Schulen sofort eine zusätzliche, bezirklich angestellte Tagesreinigung erhalten und dass mittelfristig alle Reinigungskräfte an Reinickendorfer Schulen wieder beim Bezirk angestellt werden, in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ein. Der DGB, wie auch ver.di, IG BAU und GEW unterstützen das Engagement der Initiative und den Antrag ausdrücklich und bedankt sich bei Engagement der Initiative!

Inzwischen wurde in sechs Bezirken dieser Antrag fraktionsübergreifend angenommen. In Reinickendorf wurde der Antrag in der BVV-Sitzung am 11. November hingegen mit der gemeinsamen CDU/AfD Mehrheit, inklusive der Unterstützung der FDP, abgelehnt. Während die Grünen, die SPD und die Linke sich für gute Arbeitsbedingungen einsetzen und ein Ende von Sparmaßnahmen auf Kosten der prekär Beschäftigten einsetzen, setzt die CDU und FDP weiterhin auf Kosteneinsparungen. Zudem weisen sie auf eine deutliche Senkung der Krankmeldungen, seit der Privatisierung. Dass eine solche Entwicklung eng mit der prekären Situation vieler Reinigungskräfte zusammenhängt, wie auch der Reinickendorfer Skandal im letzten Jahr zeigt, wo eine Reinigungskraft aus Moldawien ausgebeutet wurde, ist für die CDU/AfD/FDP nicht weiter relevant, solange Einsparpotentiale möglich sind. Dass so mit Menschen umgegangen werden, ist ein Skandal.

DGB-Reinickendorf

Aktuelle Pressmeeldungen:

https://www.bz-berlin.de/berlin/emotionaler-kampf-mitarbeiter-demonstrieren-vor-galeria-karstadt-kaufhof-filialen

https://www.berliner-woche.de/bezirk-reinickendorf/c-bildung/der-weg-zu-mehr-sauberkeit_a283876